Montag, 26. Oktober 2009

Dr. Falk Billion: Deutsche Golfanlagen-Branche kann mit der Saison 2009 zufrieden sein

Golfclubs und Golfplatz-Betreibergesellschaften in Deutschland verzeichnen Anfang Oktober 2009 durchwegs Zuwächse bei der Zahl der Mitglieder, bei den Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen sowie bei den Greenfee-Umsätzen. Auf der Kostenseite schlagen zumeist nur mäßige Steigerungen zu Buche, so dass zum Jahresende 2000 gegenüber dem Vorjahr verbesserte Betriebsergebnisse erwartet werden können.

Die Ergebnisse einer Verbands-unabhängigen Herbstumfrage 2009, durchgeführt vom Münchner Golfplatz-Sachverständigen Dr. Falk Billion, zeichnen ein unter dem Strich positives Bild der aktuellen wirtschaftlichen Lage der deutschen Golfanlagen-Branche.

Aus den Antworten von 13% der deutschen Golfanlagen (90 Teilnehmer, davon 54% Clubs und 46% Betreibergesellschaften) geht hervor, dass im Vorjahresvergleich (Oktober 2009 vs. Oktober 2008) die relativ höchsten Zuwächse bei den Greenfee-Umsätzen verzeichnet wurden, gefolgt von den Beitragseinnahmen der Mitglieder. Leichte Rückgänge gab es nur bei Turnier-Einnahmen. Auf der Kostenseite wurden die relativ höchsten Steigerungen bei den Personalkosten berichtet, gefolgt von Erhöhungen bei den Betriebskosten für die Golfanlagen (Gebäude und Platzpflege).

Die Steigerungen auf der Einnahmenseite fallen im Herbst 2009 im Vergleich zum Herbst 2008 relativ höher aus als bei den Kosten. Aus den Umfrage-Ergebnissen wurde auf einer Skala von 1 (Minimum bzw. „sehr viel geringer“) bis 5 (Maximum bzw. „sehr viel höher“) zwei Indices gebildet, deren aktuelle Werte (Oktober 2009) wie folgt lauten:

  • Umsatz-Index:     3,37
  • Kosten-Index:     3,17

Im Vergleich organisatorischer und regionaler Teilgruppen der Billion-Herbstumfrage 2009 stellen sich die Index-Werte wie folgt dar:

Gruppe

Umsatz-Index

Kosten-Index

Alle

3,37

3,17

Betreibergesellschaften

3,39

3,15

Golfclubs (e.V.)

3,34

3,19

Norden

3,53

3,17

Süden

3,21

3,18

Das heißt, dass die Umsatzsteigerungen in der Gruppe der Betreibergesellschaften (Index 3,39) relativ höher ausfielen als in der Gruppe der Golfclubs (Index 3,34), während die Kostensteigerungen bei den Betreibern (Index 3,15) geringer waren als bei den Clubs (Index 3,19). Unter dem Strich dürften Betreibergesellschaften in der Saison 2009 daher wohl ein wenig besser gewirtschaftet haben als Golfclubs.

Interessant ist auch der aus der Billion-Herbstumfrage 2009 hervorgehende Befund, dass -bei Kostensteigerungen in nahezu gleicher Höhe (Index 3,17 bzw. 3,18)- die auf Golfanlagen im Norden Deutschlands verzeichneten Umsatz-Steigerungen (Index 3,53) deutlich höher ausfielen als die auf Golfanlagen im Süden (Index 3,21).

Aus den Ergebnissen seiner Herbstumfrage 2009 leitet Dr. Billion im Hinblick auf die wirtschaftliche Entwicklung der deutschen Golfplatz-Branche zum Ende des Wirtschaftsjahres 2009 die folgenden Trend-Linien ab:

  • Zum Ende des Jahres 2009 wird sich die Mitgliederzahl der im DGV organisierten Golfclubs und Betreibergesellschaften gegenüber dem Vorjahr wiederum erhöht haben.
  • In der Jahresrechnung 2009 wird bei den Umsatzerlösen eine -z.T. deutliche- Steigerung gegenüber dem Vorjahr registriert werden. Die Kostensteigerungen werden sich für das Jahr 2009 hingegen in einem überschaubaren Rahmen halten.
  • Unter dem Strich werden viele Golfanlagen zum Ende des Wirtschaftsjahres 2009 ein gegenüber dem Vorjahr 2008 (wenngleich teilweise nur geringfügig) verbessertes Betriebsergebnis verzeichnen können.

Diese Entwicklungen dürfen indessen nicht zu dem Fehlschluss führen, dass die Finanz- und Wirtschaftskrise etwa keine Auswirkungen auf die deutsche Golfplatz-Branche gehabt hätte. Vielerorts konnten größere Kostensteigerungen nur dadurch vermieden werden, dass bewusst sparsam gewirtschaftet wurde, u.a. durch deutliche Extensivierungen von Pflege- und Service-Intervallen. Dr. Billion erwartet, dass es im kommenden Jahr in etlichen Bereichen signifikanten Nachholbedarf geben wird, der sich in erhöhten operativen Aufwendungen niederschlagen muss, wenn nicht zu Lasten der Platz- und Service-Qualität gespart werden soll.

Zudem sind Kündigungen von Mitgliedschaften, die zum Jahresende 2009 erfolgen, in den Ergebnissen der Herbstumfrage 2009 nicht erfasst, da sie formell erst am 01.01.2010 wirksam werden. Dr. Billion schließt aus heutiger Sicht nicht aus, dass sich das Bild der wirtschaftlichen Lage der Golfplatz-Branche im kommenden Herbst 2010 nicht mehr ganz so rosig präsentieren wird wie es im gegenwärtigen Herbst 2009 der Fall ist.

Dr. Falk Billion

Öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Wirtschaftlichkeitsbewertung von Golfanlagen
Agathenstr. 8, D-81827 München
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Fax +49 / 89 / 439 6174>
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